Die Großstadt Remscheid hatte für mich schon immer große Anziehungskraft. Sie gehört zu Düsseldorf und das ist schon mal ein Grund, denn Düsseldorf mag ich auch sehr. Und weil dort früher schon sehr viel Handel getrieben wurde, nannte man Remscheid “Die Seestadt auf dem Berge”. Interessant, nicht war? Meiner Ansicht nach das bei weitem Interessanteste in Remscheid ist allerdings das Deutsche Röntgen-Museum. Neben der städtischen Galerie mit dem Skulpuren-Garten, dem Museum Destille Frantzen und dem Deutschen Werkzeugmuseum, ist das Röntgen-Museum eines der Highlights der Stadt. Es wurde nicht weit entfernt vom Geburtshaus des Tuchmachmachersohnes und großen Deutschen Physikers Wilhelm Conrad Röntgen gegründet, wo dieser 1845 geboren wurde, und beherbergt eine Vielzahl von Werken, die an das Schaffen dieses berühmten Wissenschaftlers erinnern. Wilhelm Conrad Röntgen war maßgeblich an der Erforschung der Radioaktivität beteiligt und bekam dafür im Jahr neunzehnhundert und eins den ersten Nobelpreis für Physik verliehen. Das Geld, das er für den Nobelpreis erhielt, spendete er. Und patentieren ließ er sich seine Erfindung des Röntgenapparates auch nicht. Ein sehr sympathischer Zug, den dadurch konnte sich das Röntgengerät international sehr schnell verbreiten und zu großem Nutzen führen. Am Anfang hießen die Röntgenstrahlen, wie von ihm benannt “X-Strahlen”, so wie sie in England noch immer genannt werden. Nicht nur im Bereich der Medizin sind Röntgenstrahlen enorm wichtig, auch aus der Astronomie und der Metallverarbeitung sind sie nicht mehr wegzudenken. Er starb im Jahr neunzehnhundert dreiundzwanzig, aber sein Name lebt unter anderem als Röntgenstrahlen, dem Asteroiden Roentgen, dem Roentgenium, einem chemischen Element und dem Röntgen-Preis der Uni Gießen weiter. Um nicht den Röntgen-Lauf zu vergessen, der alljährlich in seiner Heimatstadt stattfindet. Und dann gibt es da eben das Röntgen-Museum in Remscheid. Dort können Sie sich ein bisschen wie Röntgen fühlen, indem Sie sich auf einen Podest stellen und versuchen eine Rede zu Ehren des Empfangs des Nobelpreises zu halten. Daneben eine lustige Erfindung des jungen Röntgen: eine Rauchmaschine, also ein Gerät, das für Sie eine Zigarette rauchen kann! Daran würde man heute wohl nicht mal mehr denken… Ein Raum ist speziell reserviert für allerlei Röntgengeräte aus den letzten hundert Jahren. Ein anderer Raum beherbergt einen ehemaligen Röntgenbus, der seinerzeit hauptsächlich eingesetzt wurde zur Diagnose der Tuberkulose. Und dann dürfen Sie Ihre Hand in einen Kasten stecken und sehen eine Röntgensimulation von Ihren eigenen Knochen, ganz so, wie Röntgens weltbekannte erste Aufnahme. Weitere wichtige Entdeckungen des zwanzigsten Jahrhunderts sind übrigens Lasik und Femto-Lasik. Und auch das gibt es ganz in der Nähe von Remscheid!